18. Januar 2026
Mehr als Zähne retten – Zahnklinik in Athen hilft ebenso professionell wie menschenzentriert
In Athen ist der Zugang zu guter zahnmedizinischer Versorgung eine Frage des Geldbeutels. Häufig lässt sich an den Zähnen erkennen, ob das Gegenüber ohne Krankenversicherung lebt, auf der Straße schläft, geflüchtet ist oder mit wenig Geld auskommen muss. Genau hier setzt die Arbeit unseres Partners Hellenic Ministries im Good Samaritan Centre an – mit einer kleinen Zahnklinik, die mehr leistet als medizinische Hilfe.
Knapp 1.000 Meter Luftlinie von der Akropolis entfernt behandeln zwei Zahnärzte Menschen, für die ein normales Wartezimmer unerreichbar ist. Einer von ihnen ist Niko Kotrozinis. Er ist auf Behandlungen spezialisiert, die beschädigte Zähne erhalten, damit der Patient sie wieder nutzen kann, und arbeitet seit Jahren mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Im Gespräch mit wortundtat beschreibt er, was diese Arbeit besonders macht – und warum es dabei immer um mehr geht als um Zähne.
Niedrigschwellig und respektvoll – Patienten in ihrem Umfeld abholen
„Uns liegt nichts an schnellen Eingriffen“, sagt Kotrozinis. Zwar seien die Schmerzen oft groß, doch das Team lege Wert auf eine Behandlung, die Zähne so lange wie möglich erhält, statt sie vorschnell zu ziehen. Das gelingt oft mit einfachen Mitteln, aber hoher fachlicher Qualität, die sich mit der Arbeit in privaten Praxen messen kann.
Ein wichtiger Teil der Arbeit findet außerhalb der Klinik statt. Das Team ist regelmäßig in Unterkünften für Geflüchtete, Roma-Siedlungen oder anderen Einrichtungen unterwegs. Dort informieren sie über Zahngesundheit, leisten Vorsorgearbeit und bauen Vertrauen zu den künftigen Patienten auf. „Viele Menschen haben Angst vor Zahnbehandlungen – besonders, wenn sie die Sprache nicht sprechen oder schlechte Erfahrungen mit Zahnärzten gemacht haben“, erklärt Kotrozinis. Diese Hürde überwinden er und sein Kollege mit Übersetzerinnen und Übersetzern. Sie helfen, Barrieren abzubauen und Verständnis zu schaffen.
Große Dankbarkeit – weil Lebensgeschichten hier zählen
Die Patientinnen und Patienten, die ins Good Samaritan Centre kommen, verbindet die Erfahrung, im regulären Gesundheitssystem oft nicht wahrgenommen zu werden. In der Klinik von Hellenic Ministries erleben sie das Gegenteil. Viele finden den Weg in die Praxis über persönliche Empfehlungen. Wer hier gute Erfahrungen macht, erzählt davon. „Es berührt mich immer wieder, wie dankbar die Menschen darüber sind, dass sie mit ihren Schmerzen und ihren Lebensgeschichten ernst genommen werden“, sagt Kotrozinis.
Grenzen können fallen – gutes Netzwerk hilft
Würde sichtbar machen – Patienten sind keine Nummern
Was Kotrozinis persönlich antreibt, beschreibt er nicht in medizinischen Begriffen. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind keine Fälle oder Nummern“, sagt er.
„Es sind Persönlichkeiten mit Hoffnungen, mit Verletzungen – und mit einer Würde, die ihnen niemand nehmen kann. Wir möchten sie ganzheitlich betrachten.“
