Lange gewartet

Sauda Issa Chimsala hatte es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen

Angeschlossen an das KIUMA-Hospital unseres wortundtat-Partners in Tansania ist eine Krankenpflegeschule. Sauda Issa Chimsala hat – nach langem Warten – dort die Ausbildung machen können. Heute hat sie eine feste Anstellung im Krankenhaus. Sie kann relativ sicher sein, für den Rest ihres Arbeitslebens eine gute Beschäftigung zu finden. Denn Pflegenotstand ist auch in Tansania ein Problem (s. Kasten).

Ausbildungsplätze sind Mangelware

Mit fünf Geschwistern wuchs die heute 27-jährige Sauda Issa Chimsala in einem kleinen Ort in der Nachbarschaft der Einrichtung auf, die wortundtat seit über 20 Jahren unterstützt. Generell sind reguläre Ausbildungsstätten im Distrikt absolute Mangelware. Und für junge Frauen ist es erst recht schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Sauda Issa Chimsala aber war bei ihrer Suche schließlich erfolgreich und konnte von 2011 bis 2013 die Krankenpflegeschule am KIUMA-Hospital besuchen. „Ich habe lange darauf gewartet, den Ausbildungsplatz zu bekommen, und war froh, dass mir das schließlich gelungen ist. In der Ausbildung machte es mir besonders Spaß, wenn ich meinen Arbeitsbereich sauber halten konnte, um das Ausbreiten von Krankheiten zu vermeiden. Der glücklichste Moment war aber, als ich mein Examen geschafft habe“, sagte sie.


+ + + H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N + + +

Pflegenotstand in Tansania

In Tansania ist nach Aussage des stellvertretenden Gesundheitsministers des Landes nur jede zweite Arbeitsstelle im Gesundheitswesen besetzt. Das sagte er im April 2018 vor dem tansanischen Parlament.

Das Verhältnis von Gesamtbevölkerung zu Pflegepersonal ist im internationalen Vergleich nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation ebenfalls erschreckend niedrig: Im Jahr 2015 kamen auf eine Krankenschwester oder Hebamme 2.500 Bewohner, wobei das Verhältnis in den Städten etwas besser, auf dem Land etwas schlechter sei.

In Deutschland liegt die Vergleichszahl etwa bei 28 zu 2.500. In Norwegen kommen sogar 43 Pflegende oder Hebammen auf 2.500 Bewohner.

 

„Arbeit macht mir Freude“

Heute arbeitet sie auch in dem Krankenhaus, in dem sie die Ausbildung machte, und mag es besonders gern, wenn sie mit den Patienten arbeiten und mit ihnen über gesundheitsbewusstes Verhalten sprechen kann. „Solche Arbeit macht mir einfach Freude. Anstrengend ist es nur, wenn abends Freunde oder Verwandte der Patienten trotz mehrfachen Bittens einfach das Patientenzimmer nicht verlassen wollen“, erzählt Sauda Issa Chimsala. Ihr Leben hat sich total geändert, seit sie die Arbeit hat. Mit ihrem Gehalt kann sie sich und ihr Kind selbst versorgen, ist finanziell unabhängig und es bleibt sogar etwas Geld, um die Eltern zu unterstützen. Als unverheiratete Mutter wird sie es voraussichtlich immer etwas schwerer im Leben haben. Deshalb ist sie froh, dass sie in zwei Räumen auf dem KIUMA-Gelände leben kann – zusammen mit anderen Schwestern und Pflegern, die im Hospital arbeiten. Auf dem Erreichten ausruhen will sie sich aber nicht: Sie hofft, eines Tages ein Diplom als Pflegefachkraft machen zu können.