Etwas zurückgeben

 

 

Achraf: Ehemaliger Kindertreff-Besucher engagiert sich heute ehrenamtlich

Wenn der 17-jährige Achraf sagt, er wolle etwas von dem Guten zurückgeben, was er bekommen habe, dann staunt man als Mensch, der Kinder in der Pubertät aus eigener Anschauung kennt, erstmal ungläubig und fragt nochmal genauer nach – bei Achraf selbst und bei Erwachsenen, die ihn kennen. Ergebnis: Der meint anscheinend wirklich, was er sagt. Und er verhält sich auch so.

2009 begann er als Kind, den Stern im Norden – das deutsche wortundtat-Projekt – zu besuchen. Heute hilft er als ehrenamtlicher Mitarbeiter mit: Er spielt mit den Kindern, hilft beim Essen verteilen, oder macht Ordnung – alles, was eben anfällt und was er als „Angelernter“ übernehmen darf. Und das macht er sehr zuverlässig, wie Kathrin Beyer, seit zwei Jahren pädagogische Leiterin im Stern, betont: „Seit ich hier bin, hilft er immer schon ganz selbstverständlich und mit viel Einsatz bei der Arbeit mit den Kindern.“

Klare Regeln helfen

Allerdings kann Achraf momentan nur noch zweimal in der Woche im Stern mit anpacken, denn er steht – mit einem Notendurchschnitt von 1,9 auf dem Zeugnis – anderthalb Jahre vor dem Abitur. Außerdem spielt er in einem Fußballverein und hat vor Kurzem einen Schiedsrichter-Lehrgang absolviert. „Ich mag Gerechtigkeit und dass es fair und nach klaren Regeln zugeht. Deshalb macht mir das mit dem Schiedsrichter Spaß“, sagt er. Und die Sache mit der Fairness, der Gerechtigkeit und den Regeln war es auch, was ihm als Kind am Stern gleich bei den ersten Besuchen gefiel: „Deswegen gibt es hier kein Durcheinander und das hilft uns, besser zusammenzuleben.“ Nur wenige seiner Altersgenossen sahen und sehen das ähnlich. Achraf ist der einzige der Gruppe aus Kindertagen, der beim Stern „hängengeblieben“ ist.

Eine coole Einrichtung

„Das ist echt eine coole Einrichtung, in der man viel lernen kann, auch über die christliche Religion und so“, sagt er. Seine Eltern sind Muslime, die ihren Glauben bewusst leben. Aber die hätten da kein Problem mit. „Im Gegenteil. Die finden es okay, dass ich mich auch woanders umschaue. “Seine ehemaligen Freunde haben nur noch die Straße als Anlaufstelle. „Die wollen cool sein, nehmen Regeln nicht wichtig, bauen manchmal richtigen Mist. Ich habe mir das angesehen, aber das ist einfach nichts für mich.“ Stattdessen möchte er lieber den Kids im Stern vermitteln, dass es auch anders geht, dass man nicht trotz, sondern gerade wegen der Regeln viel Spaß im Leben haben kann, und dass einem die Leute aus dem Stern im Norden dabei helfen.