Teentreff

Platz für Gemeinschaft

Mit seinen großen Räumen und der Spielfläche im Hof hat der Stern im Norden eine Sonderstellung unter den Familienbegegnungszentren in der Dortmunder Nordstadt: Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche können trotz strenger Hygieneauflagen angeboten werden. „Natürlich spüren wir die Folgen der Pandemie“, sagt Peter Keulertz, Leiter des Teentreffs und seit sieben Jahren mit dabei, „dennoch sind wir sehr froh, dass trotzdem immer noch regelmäßig rund 20 Teens zum Programm für die 11- bis 14-Jährigen kommen. Die teilen wir wie vorgeschrieben in Zehnergruppen auf. So können wir die Sicherheitsabstände gut einhalten.“*

Essen am Lagerfeuer

Am Lagerfeuer ist die Infektionsgefahr gering.

Am Lagerfeuer ist die Infektionsgefahr gering.

Das gemeinsame Essen wird momentan oft nach draußen verlegt und jetzt in der kühlen Jahreszeit mit einem Lagerfeuer verbunden. Für die Kinder, die meist aus kleinen Mietwohnungen kommen, ist das ein Highlight mitten in der Großstadt und ebenfalls nur wegen der großen Außenfläche am Gebäude möglich.

Doch auch drinnen können sich die Teentreff-Besucher viel bewegen und aus dem Weg gehen. „Besonders beliebt sind Tischtennis, Fußball, Basketball oder Inliner-Fahren“, erklärt der gelernte Erzieher. Sogar eine Spielekonsole und ein großer Bildschirm stehen im Stern. „Da ‚zocken‘ die Kids gemeinsam. Das ist besser, als wenn sie Zuhause allein vor dem Gerät hängen. Meist verliert das Spiel an der Playstation bei uns wegen der vielen anderen Angebote auch schnell seinen Reiz“, sagt er.

Eigene Angebote für Mädchen

„Wir haben festgestellt, dass Mädchen im Teenager-Alter das Bedürfnis nach einem eigenen, ungestörten Raum haben“, sagt Peter Keulertz.  Daher gibt es im Stern einen Teentreff-Tag nur für sie. „Da können sich die Teenie-Mädchen freier entfalten und auch mal andere Sachen machen – zusammen mit ausschließlich weiblichen Betreuerinnen“, erklärt Peter Keulertz – quatschen, einander zuhören, kreativ sein, Musik hören, ein Tanzabend oder Entspannen mit Gesichtsmaske und Nägellackieren. Gern backen und kochen sie auch gemeinsam.

Raus in den Stadtteil

Doch die Arbeit der Teentreff-Mitarbeiter beschränkt sich nicht auf den Stern. Peter Keulertz und seine Kolleginnen und Kollegen haben während der vergangenen Monate immer wieder Zeit im Stadtteil verbracht, um die Teens auf der Straße, in den nahegelegenen Parks oder Zuhause aufzusuchen. Dabei stellte er fest: „Manche Familien haben verständlicherweise Angst, dass sich die Kinder bei uns anstecken. Deshalb behalten sie sie lieber bei sich.“ Die Besuche waren dennoch hilfreich, um den Kontakt aufrechtzuerhalten. So konnten die Stern-Mitarbeiter Teens und Eltern regelmäßig auf die geänderten Angebote aufmerksam machen. Inzwischen nutzen sie dazu auch Social Media: Es gibt eine Teentreff-Messenger-Gruppe über die Informationen geteilt werden und Teenager sich gezielt zu Angeboten anmelden können. „Dadurch sind wir gut vorbereitet, falls wir erneut schließen müssen und können den Kontakt mit den Teenagern aufrechterhalten.“

Erfolgreiches Hygienekonzept

Die Angst vor Ansteckung ist nicht unbegründet. Die Dortmunder Nordstadt gehört zu den Stadtbezirken mit vergleichsweise hohen Infektionszahlen. Und viele Nordstädter sind in Quarantäne. Um Kindern und ihre Familien im Stern größtmögliche Sicherheit zu geben, achten die Mitarbeiter des „Stern im Norden“ peinlich genau darauf, dass im Haus alle Regeln eingehalten werden. Bisher mit Erfolg.

* Das Gespräch wurde im Oktober 2020 geführt. Im November wurden die Regeln an die geänderten Corona-Vorschriften angepasst. Alle Bilder entstanden zu einem Zeitpunkt als die Coronabeschränkungen das Masektragen in festgelegten Gruppen nicht zwingend vorschrieben.