Neue KiTa

 

Neue KiTa in Ceadir Lunga eröffnet

Maxim Friesen arbeitet seit Herbst 2018 beim wortundtat-Partner Gloria in der gagausischen Stadt Ceadir Lunga mit. In drastischen Worten beschreibt er die Lebenssituation der Kinder in der 20.000-Einwohner-Stadt im Süden der Republik Moldau. „Viele Kinder in Ceadir Lunga wohnen in Häusern, die mich an alte, halb verfallene Scheunen erinnern: zwei Meter hohe Lehmwände, kaputte Fenster, die im Winter mit Holz vernagelt werden, keine Heizungen, nur selten eine Toilette im Haus.“ Seit November betreibt der 37-Jährige eine Kindertagesstätte in dem Ort, in dem auch das sozialdiakonische Zentrum Gloria steht.

Die Räume sind hell und in freundlichen Farben eingerichtet und bieten den Kindern Platz zum Spielen und gemeinsamen Lernen. Demnächst kommt noch ein Garten hinzu. „Hier sollen die Kinder viel über Freundschaft, Beziehungen und Lebenssinn lernen“, sagt der dreifache Familienvater, der zusammen mit seiner Frau noch zwei Pflegekinder betreut.

Neue Aufgabe in Ceadir Lunga gefunden

„In den vergangenen Monaten hier in Moldawien ist mir sehr bewusst geworden, wie schwierig die Situation der Kinder ist und wie groß ihre Not“, sagt er. Der Staat habe keine Mittel, um eigene Kinderheime zu betreiben oder um Eltern oder Großeltern zu unterstützen, die mit der Kinderbetreuung finanziell oder pädagogisch überfordert sind. Besonders schwer ist die Lage für solche Kinder, die bei ihren Großeltern leben, weil beide Eltern oder ein Elternteil im Ausland sind, um Geld zu verdienen. „In solchen Situationen sind die Großeltern oft überfordert und können mit ihrer meist sehr geringen Rente auch nicht ausrechend für die Kinder sorgen“, sagt Maxim Friesen.

Nach der Schule erstmal satt essen

Bis zu 30 Kinder im Alter zwischen 7 und 11 Jahren kommen also wochentags in die Einrichtung. Dort empfängt sie Maxim Friesen zusammen mit zwei Angestellten und einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Kinder können sich nach der Schule erst einmal satt essen. Dann gibt es verschiedene Angebote – zum Beispiel Hilfe bei den Hausaufgaben, die Möglichkeit, zu spielen, Sprachen zu lernen oder eine Bibelstunde zu besuchen. „Wir beziehen die Kinder in die Arbeiten mit ein, soweit das möglich ist. Und wir setzen ihnen das Essen nicht nur vor, sondern lassen sie auch bei der Vorbereitung mitarbeiten“, sagt Maxim Friesen. Bei den zurzeit maximal 30 Gästen wird es vermutlich nicht bleiben. Der Bedarf an solchen Tagesstätten ist in Ceadir Lunga groß – ebenso wie in vielen anderen Städten des Landes. Eine Ausweitung des Angebots ist geplant.