Neue Erfahrungen

Mädchen zersägt Holzstab

Kinder sammeln neue Erfahrungen beim Bau eines Gerätehauses

Hammer, Schraube, Zollstock, Bohrer – im Stern im Norden, dem deutschen wortundtat-Partnerprojekt, haben sich die Kinder in ein Abenteuer begeben: Sie bauen gemeinsam ein großes Holzhaus für Spielgeräte und Gartenwerkzeug. Dabei lernen sie handwerkliche Fähigkeiten kennen, erfahren, warum ein Bauplan wichtig ist und was es mit Logistik an der Baustelle auf sich hat.

Langsam ans Bauen herantasten

Fragt man die Kinder, was sie denn beim Hausbau bisher gelernt haben, kommt einheitlich die völlig begeisterte Antwort: „Alles!“ Um doch noch ein bisschen mehr in die Tiefe der Lernerfolge zu gehen, hört man mal bei Bauherrin Susanne Keulertz nach. Sie leitet den Kindertreff. „Wir haben mit dem Zeichnen eines Hauses begonnen. Da merkten die Kinder, dass jeder ein anderes Haus zeichnet, obwohl ich allen gleichzeitig beschrieben habe, was sie malen sollen“, erzählt sie. So begriffen die Kinder, warum ein Bauplan notwendig ist, wenn man sich an ein solches Projekt begibt.

Als nächstes erhielten die Kinder einen Plan, mit dem sie ein Haus aus Bauklötzen bauen sollten. Da war dann die Ähnlichkeit der entstehenden Bauten schon deutlich größer. Aber die Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren merkten, dass es eine Herausforderung ist, nach Plan zu bauen. Einige andere aus der Gruppe waren für die Logistik an der Bauklotzbaustelle zuständig. Auch sie hatten immer wieder neue Aha-Erlebnisse.

Jeder darf mal schrauben, hämmern und sägen

Noch mehr steigerten sich die Freude und der Eifer, als es dann an die „echte“ Baustelle im Hof des Stern im Norden ging. Hier konnten viele der Kinder erstmals Hammer, Schraubendreher, Säge und andere Werkzeuge kennenlernen und benutzen. Jeder wollte mitmachen und freute sich sichtlich, wenn eine Schraube im Holz verschwand oder ein Holzstab in zwei Teile gesägt werden konnte. „Viele der Kinder können solche Erfahrungen zuhause nicht machen, weil den Eltern für solche Beschäftigungen oft einfach die Möglichkeiten fehlen“, sagt Susanne Keulertz.

Voraussichtlich im Herbst soll das Haus fertiggestellt werden. Bei einer letzten gemeinsamen Aktion wird es bunt angemalt. Auch da beteiligen sich die Kinder wieder. Und niemand muss ihnen dann erklären, was zu tun ist: Pinsel und Farbe kennen sie schon bestens aus dem Kindertreff.