KIUMA-Elektriker

„In KIUMA haben wir jede Menge Arbeit“

„Mein Vater gab mir ein kaputtes Tonbandgerät. Da konnte ich die Motoren ausbauen und an Batterien anschließen. So habe ich in der Grundschule erste Erfahrungen mit Elektrizität gemacht“, sagt der Tansanianer Yohana Ngalya, der bereits in jungen Jahren Elektriker werden wollte. Heute ist er Mitarbeiter unseres Partners in Tansania und als solcher ein Beispiel für das wortundtat-Konzept, statt Europäern einheimische Kräfte in den Projekten zu beschäftigen.

Yohana Ngalyas Wunsch ging nämlich in Erfüllung: 1989 bis 1992 konnte er sich an einer technischen Sekundarschule zum Elektriker ausbilden lassen. Dann arbeitete er einige Jahre in einer Großstadt im Norden des Landes. „Ich hatte mein eigenes Business mit fünf Angestellten. Wir reparierten Fernseher, Radios und andere elektrische Geräte oder sorgten bei neuen Häusern für die Stromversorgung“, erinnert er sich.

SYohana Ngalya freut sich schon darauf, die neue Anlage zur Stromversorgung von KIUMA starten zu können. Bis es soweit ist, müssen noch einige Kabel angeschlossen werden.icherer Arbeitsplatz

Auf Dauer aber gab es dort nicht genug zu tun. Deshalb tauschte er 2009 die Großstadt gegen einen Arbeitsplatz ein, der damals nur sehr schwer erreichbar war. Dass er – wie er lachend sagt – „im Busch“ liegt, hinderte ihn nicht: „In Arusha konnte ich nicht genug verdienen. In KIUMA haben wir jede Menge Arbeit.“ Er machte seine Sache so gut, dass er bald das Team leitete, das sich um die elektrischen Anlagen kümmert.

Anfangs floss viel von Yohana Ngalyas Arbeitszeit in die Bewältigung kleinerer oder größerer Notfälle. Wo manch ein europäischer Elektriker wohl schon das Handtuch geworfen hätte, fand er immer noch eine Lösung. Vor vier Jahren aber wurde schließlich der komplette Umbau der elektrischen Versorgung in Angriff genommen. Eine zeitgemäße Anlage sollte die bald 25 Jahre alte Anlage ersetzen.

Geänderter Arbeitsalltag

Demnächst geht die neue Stromversorgung in Betrieb – eine Kombination aus Photovoltaikanlage, Generatoren und Strom des staatlichen Energieversorgers. Dann wird alles zuverlässiger laufen und besser auf den Bedarf von KIUMA angepasst sein.

In Schulungen bereitet er seine Mitarbeiter auf die vielen neuen Aufgaben vor, die sie in Zukunft  bei KIUMA erwarten.Eine Erleichterung wird das etwa im Operationssaal des Krankenhauses und in der Apotheke. Dort müssen manche Medikamente durchgehend gekühlt aufbewahrt werden. Auch die Schüler der Sekundarschule können künftig regelmäßig auf Computer zugreifen. Und die Ausbildungswerkstätten können Maschinen einsetzen, für die bisher nicht ausreichend Strom vorhanden war. „Alles in allem wird KIUMA dann mit seiner Stromversorgung im Vergleich mit ähnlichen Einrichtungen sehr gut da stehen“, sagt Jakob Adolf, wortundtat-Projektkoordinator.

Auch für Yohana Ngalya wird sich die Arbeit verändern: weg vom Krisenmanagement, hin zu Routine- und Wartungsarbeiten. Darauf bereitet er sich bereits mit seinem Team vor. Er schätzt es, dass er und seine Mitarbeiter die Chance haben, viel Neues zu lernen – Wissen, das KIUMA und seinen Landsleuten zugute kommen wird.