Hilfe bei Tbc

Meilenstein in der Tuberkulose-Bekämpfung

Brustschmerzen und Atemnot, Schwäche und Müdigkeit, Fieber und Nachtschweiß – lang quälte sich Gowrinadh (Bild oben, Name geändert) mit diesen Symptomen. Tagsüber musste er viel husten. Seiner Arbeit als Tagelöhner konnte er schon lange nicht mehr nachgehen. Er wusste nicht, wie er seine Familie dauerhaft versorgen sollte. Er hat Tuberkulose (Tbc). wortundtat kann ihm helfen.

Gowrinadh ist einer von vielen Infizierten in Indien. Dort lebt etwa ein Viertel der weltweit an Tbc erkrankten Menschen. Ursachen dafür sind zum Beispiel die Armut, in der viele Inder leben, ein Gesundheitssystem, das nicht alle Menschen erreicht, und die mangelnde Bildung. Sie erschwert oft eine gute Vorbeugung ebenso wie eine durchgehende Behandlung.

Trotzdem setzt die indische Regierung viel daran, die lebensgefährliche Krankheit zu besiegen, die meist die Lunge befällt. Ihr Ziel: Die Zahl der Neuinfektionen soll drastisch gesenkt werden. Und 2025 soll kein Inder mehr an Tuberkulose sterben. Es ist ein weiter Weg bis dahin: 2016 gab es rund 450.000 Tote durch Tbc im Land. Etwa 2,8 Millionen neu Erkrankte wurden im gleichen Jahr auf dem Subkontinent diagnostiziert.

Hilfe von UN und privaten PartnernDer Frau sieht man an, wie sie die Krankheit ausgezehrt hat. Mit den Lebensmitteln von wortundtat kann sie besser wieder zu Kräften kommen.

Seit 50 Jahren kämpft der indische Staat gegen die Infektionskrankheit. Wesentlich unterstützt wird er dabei von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Sie wollen die Epidemie in den kommenden 16 Jahren weltweit beenden. Auf lokaler Ebene helfen dabei im Kleinen Partner wie wortundtat. Schon seit 2002 behandeln wir in der Klinik für Tuberkulosekranke bei Chilakaluripet Infizierte in enger Zusammenarbeit mit dem staatlichen Tbc-Programm und sind ein fester Bestandteil desselben. Einer unserer Patienten ist Gowrinadh, dem es einige Wochen nach Beginn der Behandlung schon wieder deutlich besser geht.

Zusätzlich finanziert wortundtat das Personal, das im Rahmen dieses Programms zwei Regionen im Guntur-Distrikt überwacht. In diesen Regionen mit insgesamt rund 700.000 Menschen entdecken unsere medizinischen Fachkräfte jährlich 1.000 bis 1.500 Neuerkrankte und sorgen dafür, dass sie anschließend behandelt werden. Sie begleiten die Kranken engmaschig. Zum Beispiel achten sie besonders auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente ihrer Patienten. So erreichen die wortundtat-Teams besonders gute Behandlungsergebnisse – die besten im gesamten Distrikt mit annähernd 5 Millionen Einwohnern.

Meilenstein im Kampf gegen Tbc

Aufgrund dieser Erfolge stellte die Regierung unserem Krankenhaus die neueste Technologie zur Tbc-Früherkennung bereit. Es ist bisher das einzige private Krankenhaus im gesamten Bundesstaat, das das Diagnosegerät im Wert von rund 7.100 € erhielt. Es macht die Diagnose wesentlich genauer, weil es auch geringste Spuren von Keimen erkennt, und beschleunigt den Behandlungsbeginn. Bereits zwei Stunden, nachdem das Untersuchungsmaterial in das Gerät gegeben wurde, liegt ein eindeutiges Ergebnis vor. Der Arzt weiß dann, ob der Patient infiziert ist, und ob er die gängigsten Tbc-Medikamente einsetzen kann. Nur wenn Keime entdeckt werden, die gegen diese Standard-Medikamente resistent sin, müssen weitere Untersuchungen folgen. So ist die Technologie ein Meilenstein in der Geschichte der Tbc-Bekämpfung. Bei der bisherigen Diagnose mittels Mikroskop wurden nur etwas 50 Prozent der bereits Infizierten entdeckt.

Ein weiteres Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Stellen und der wortundtat-Einrichtung erlebte Cornelia Krause, die als Ärztin die Tbc-Klinik engmaschig begleitet. Während ihres Aufenthalts gab es eine Fortbildung auf dem Gelände der Klinik. Dort informierte der Distrikt-Leiter der Tbc-Behörde circa 300 junge Frauen über das Tbc-Programm der Regierung. Die Frauen arbeiten als Gesundheits-Helfer in den Dörfern. Sie sorgen dafür, dass auch die ärmere Landbevölkerung über Impfungen, Familienplanung, Schwangerschaftsvorsorge und andere Gesundheitsbelange informiert werden und erläutern, wie das staatliche Gesundheitssystem die Menschen unterstützt. „Für uns sind diese Frauen eine wertvolle Hilfe bei der Patientenführung im Dorf. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass die Patienten ihre Tabletten regelmäßig nehmen. Und sie schicken sie zu uns in die Klinik, wenn sich die Krankheit verschlechtert“, sagt Cornelia Krause.