Fuhrparkleiter klebt Aufkleber "Gloria Medizentrum" auf ein Fahrzeug des medizinischen Zentrums - HEADER

24. Oktober 2022

24. Oktober 2022

Kranke und Sterbende in der Republik Moldau hilfreich begleiten

Die Lebenssituation von Rentnerinnen und Rentnern in der Republik Moldau ist schon lange herausfordernd. In Folge des Krieges in der benachbarten Ukraine hat sie sich noch einmal deutlich verschlechtert. Schon das ganz „normale“ tägliche Leben zu finanzieren, wird fast unmöglich, wenn die monatliche Rente zwischen 80 und 120 Euro liegt, die Lebenshaltungskosten jedoch vergleichsweise hoch sind. Besonderen Unterstützungsbedarf haben kranke Seniorinnen und Senioren. In Ceadîr-Lunga, der Kleinstadt, in der sich wortundtat engagiert, sieht sich der kommunale Sozialdienst nicht in der Lage, Pflegekräfte einzustellen, die sich um diese Menschen kümmern. Unser Palliativ- und Pflegedienst des medizinischen Zentrums Gloria ist daher ein Segen für viele, die sonst ohne Begleitung krank oder sterbend zuhause lägen.

Drei Beispiele zeigen, wie alte, kranke oder sterbende Menschen in der Republik Moldau von unseren Pflegekräfte medizinisch versorgt und emotional begleitet werden.

7,50 Euro pro Besuch

Unser Pflegeteam besucht 15-20 Patienten täglich. Die Kosten pro Besuch liegen bei rund 7,50 Euro. Damit bezahlen wir den Lohn der Krankenschwestern, die Pflegemittel und Medikamente, den Chauffeur – in der Republik Moldau haben nur wenig Frauen einen Führerschein –, das Benzin und die Abnutzungskosten für das Fahrzeug.

Während die Kosten für die rund fünf Patienten, die jeweils eine Palliativbehandlung erhalten, von der Stadt übernommen werden, müssen wir die anderen Kosten selbst tragen.

Sie können uns bei dieser Arbeit unterstützen.

Kerze, Heiligenbilder, medizinische Utensilien, Flasche Wasser

Längst nicht alle Sterbenden in der Republik Moldau haben Menschen, die sich in den letzten Wochen und Monaten ihres Lebens um sie kümmern.

Liebevolle Fürsorge für Sterbende durch Pflegepersonal, Helferin und Nachbarn

Die erste Patientin, die wir besuchen, ist 81 Jahre alt. Sie hat Brustkrebs, kann das Bett nicht mehr verlassen. Als wir sie treffen, hat sie eine große offene Wunde am Brustkorb, die die Palliativschwestern ebenso fachmännisch wie liebevoll versorgen. In den letzten Wochen ihres Lebens begleitet sie eine Helferin, die ihr Sohn engagiert hat. Um sie bezahlen zu können, suchte er sich eine Arbeit in England. Er sagt, er könne die Versorgung der Mutter selbst nicht leisten, will sie aber wenigstens in guten Händen wissen. Weil die Pflege von Dora auch körperlich anstrengend ist, kommt gelegentlich die Nachbarin. Sie unterstützt die Helferin beim Drehen der Patientin. Die Enkeltochter der Nachbarin begleitet sie und singt Dora dann und wann ein Lied vor.

In Gesprächen mit medizinischen Fachleuten erfährt man, dass Menschen in der Republik Moldau oft lange nicht zum Arzt gehen, weil sie Angst vor den Untersuchungsergebnissen haben oder die Kosten scheuen, die eine medizinische Behandlung bedeuten könnte. So kann es geschehen, dass Behandlungen zu spät begonnen werden oder die Kosten einfach nicht tragbar sind. Dora bekommt eine Rente von etwa 2.000 Moldauischen Leu, das entspricht rund 105 Euro (Stand Oktober 2022).

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Hilfe für Tanja

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Hilfe für Kinder in der Republik Moldau, die wortundtat in verschiedenen Kindertagesstätten leistet, wird immer wichtiger, denn viele Kinder, die auf dem Land leben, gelten als arm.

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Gute Heilung nach falscher Erstversorgung

Diese 80jährige Patientin war über ihrem Gasherd zusammengebrochen und hatte sich die Schulter verbrannt. Statt mit ihr in die Notfallambulanz zu gehen, was mit sehr langen Wartezeiten verbunden gewesen wäre, holte der Sohn in der Apotheke Medikamente, von denen er hoffte, dass sie helfen würden. Erst als die Verletzung sich entzündete, informierte er den ambulanten Dienst bei Gloria. Der kümmerte sich so gut um die Wunde, dass die Verletzung mittlerweile fast vollständig verheilt ist.

Die Patientin ist bei Gloria bekannt: Im Winter ist sie seit einigen Jahren immer wieder Gast in der Winterschlafstelle für Frauen. Ihre kleine Hütte – ein etwa 16 Quadratmeter kleiner Raum mit einer 2 Quadratmeter großen Diele, in der noch der Gasherd untergebracht ist – hat keine Heizung. Die Hütte steht auf dem Grundstück einer ihrer Schwiegertöchter. Der Ehemann der Schwiegertochter ist bereits vor 20 Jahren verstorben, dennoch kümmert sie sich noch immer um dessen Mutter.

Trotz ihrer 80 Jahre kann sich diese Frau noch gut allein versorgen. Nur nach dem Unfall benötigte sie vorübergehend medizinische Versorgung.

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Schon mit 7,50 Euro pro Tag versorgt der ambulante Pflegedienst einen Patienten.

Wenn Diabetes nicht ausreichend behandelt wird, können sich Durchblutungsstörungen entwickeln, die oft bleibende Schäden an den Füßen hinterlassen.

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Folgeschäden durch Diabetes versorgen

Die Dame im Sessel hat Diabetes, der zu Durchblutungsstörungen an einem ihrer Füße geführt hat. Die Wunde muss medizinisch versorgt werden. Um diese Behandlung kümmern sich die beiden Pflegekräfte. Sie geben der Frau auch Schmerzmittel, sehen nach dem Rechten, lassen sie spüren, dass sie nicht vergessen ist. Um die übrige Versorgung kümmert sich die Schwiegertochter, die mit den drei Enkelkindern im gleichen Haus wohnt. Sie ist alleinerziehend. Der Ehemann – und Sohn der Kranken – hat sie verlassen. Die drei Kinder besuchen unsere Kindertagesstätte im Ort.

Sie können helfen

7,50 Euro pro Besuch …

… kostet die Arbeit unseres ambulanten Pflegedienstes. Damit bezahlen wir den Lohn der Krankenschwestern, die Pflegemittel und Medikamente, den Chauffeur – in der Republik Moldau haben nur wenig Frauen einen Führerschein –, das Benzin und die Abnutzungskosten für das Fahrzeug.

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