Tuberkulose
3.800 TBC- und Aids-Opfer bekommen Hilfe
wortundtat hat in Chilakaluripet eine spezielle Klinik für Tuberkulosekranke gebaut und zusammen mit indischen Regierungsstellen und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Programm zur Bekämpfung von Tuberkulose erstellt. Die Behandlungserfolge sind ausgesprochen gut, weil wortundtat-Mitarbeiter sicherstellen, dass die Medikamente auch eingenommen werden. Die Patienten erhalten zusätzlich Lebensmittel und Vitamine, um den Gesundungsprozes zu unterstützen. So lässt sich außerdem verhindern, dass die Patienten die Heilung gefährden, indem sie nach dem Verschwinden der Krankheitssymptome zu rasch die Medikamenteneinnahme beenden und wieder arbeiten gehen. Einen Bericht zu dieser Arbeit finden Sie im wortundtat-Magazin 4/09.
Eine Zwischenbilanz des Kampfs gegen Tuberkulose in Indien hat Lungenfacharzt Prof. em. Nikolaus Konietzko im Frühjahr 2012 gezogen. Der Vortrag gibt einen guten Überblick über die Anstrengungen des Landes in diesem Kampf, die Erfolge und Probleme.
Weitergehende Informationen über die Tuberkulosebekämpfung in Indien finden Sie im Interview mit Lungenfacharzt Prof. em. Nikolaus Konietzko (Stand 2009).
Tuberkulose geht oft einher mit AIDS. Fast jeder fünfte Tuberkulosekranke wird HIV-positiv getestet.
HINTERGRUND: Tuberkulose - Geißel der Armen
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, mit der etwa 2 Milliarden Menschen weltweit infiziert sind – die meisten von ihnen in armen Ländern. Im Jahr 2007 starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa 1,77 Millionen Menschen an TB – das entspricht 4.850 Toten pro Tag. Etwa 9,27 Millionen Menschen infizierten sich im gleichen Zeitraum neu – 1,37 Millionen von ihnen waren zum Zeitpunkt der Infektion auch HIV-positiv. Man geht davon aus, dass ein Kranker mit „offener Tuberkulose“ (die Bakterien sind im Auswurf – Sputum – nachweisbar) jährlich etwa 10 bis 15 Menschen neu infiziert.
Die Diagnose ist verhältnismäßig einfach: Die Bakterien lassen sich im Sputum unter einem Mikroskop erkennen.
Bei der Behandlung ist es wichtig, dass die Medikamente (Antituberkulotika) über einen Zeitraum von einem halben Jahr regelmäßig eingenommen werden, damit sich keine resistenten (also gegenüber den Antibiotika wider-standsfähigen) Bakterien entwickeln. Dies würde die Behandlung zukünftiger Erkrankter zusätzlich erschweren. Die Forschung beschäftigte sich in den vergangenen Jahren nur sehr zögerlich mit der Entwicklung rascher wirkender Antibiotika.
Das DOTS-Programm der WHO zur TB-Bekämpfung (das auch in der TB-Unit, die wortundtat betreut, eingesetzt wird) baut auf folgenden Säulen auf:
- Poltisches Engagement des Teilnehmerlandes ermöglicht eine zunehmende und dauerhaft sichergestellte Finanzierung.
- Die Diagnose erfolgt mittels mikroskopischer Untersuchung des Sputums.
- Der Patient wird unterstützt indem die Behandlung standardisiert ist und unter Aufsicht erfolgt.
- Ein effektives Verwaltungs- und -versorgungssystem sichert die Bereitstellung hochwertiger und dauerhaft verfügbare Medikamente.
- Erfolgte Therapie und erzielte Wirkung werden regelmäßig protokolliert und ausgewertet.
Laut UNO-Millenium-Enwicklungsziel für 2015 in Bezug auf TB-Bekämpfung soll der weitere Anstieg der Anzahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) gestoppt und der Trend umgekehrt werden. Laut Mitteilung der WHO von 2009 liegen die Zahlen außer in Osteuropa inerhalb des erwarteten Rahmens.
Ziel des Stop TB Partnerschaftsprogramms der WHO ist es, im Vergleich zu den Zahlen aus 1990 die Zahl der vorhandenen Kranken (Prävalenz) und die Zahl der an der Krankheit versterbenden (Mortalität) bis 2015 zu halbieren. Dieses Ziel lässt sich – wenn sich die Umstände nicht wesentlich ändern – in Afrika und Europa nicht erreichen.
Weitere Informationen erhalten Sie in einem Informationspapier der WHO zum Stand der TB-Bekämpfung (in englischer Sprache).






