Wort und Tat

Mehr Bildung...

… für Kinder …

Nicht immer erreichen die sozialen Einrichtungen des indischen Staates die Menschen, die Hilfe dringend benötigen: Zu groß ist das Land, zu begrenzt sind die zur Verfügung stehenden Mittel und zu umfangreich die anstehenden Aufgaben. Daher treffen Mitarbeiter des wortundtat-Partners AMG India in Andhra Pradesh immer wieder auf Benachteiligte oder Bedürftige, die noch keine öffentliche Unterstützung erhalten. Für sie sucht AMG daher nach langfristigen Hilfen. So auch jetzt wieder in einer Siedlung bei Chilakaluripet, in der Dalits – so genannte Unberührbare – sehr rückständig und ausgegrenzt leben. Mit Bildungsangeboten will wortundtat erreichen, dass sie sich langfristig selbst aus Armut, Ausgrenzung und anderen Folgen mangelhafter Bildungschancen befreien.

In der Siedlung konnte nach dem ersten Spatenstich im November 2009 – vorgenommen von wortundtat-Gründer Dr. Heinz-Horst Deichmann – nun ein gemauertes Schulgebäude eröffnet werden. Dort werden die Kinder in den ersten Schulklassen unterrichtet. Nach Abschluss der Grundschule können sie unter Umständen an einem AMG-Internat weiterstudieren, um später Ausbildungen anzustreben, mit denen sie sich und ihre Familien besser versorgen können.

… bringt Fortschritt

Ein Stück auf diesem Weg haben ältere Schüler schon hinter sich gebracht: Im gesamten Bundestaat Andhra Pradesh machten die zehnten Klassen im Mai 2010 ihren Schulabschluss. Fast 1,35 Millionen Schüler waren zu den Prüfungen angetreten, gut 1,1 Millionen haben sie erfolgreich bestanden. Besondere Freude löste das Ergebnis von Ram Subba Reddy (s. Bildleiste) aus. Der ehemalige AMG-Schüler erzielte mit 586 von 600 möglichen Punkten das beste Ergebnis im District Guntur und auf Bundesstaats-Ebene belegte er damit den fünften Platz. Das Ungewöhnliche daran: Ram Subba Reddy hätte aufgrund seiner Herkunft kaum eine solche Schulkarriere erwarten können denn er ist Sohn eines Tagelöhners. Im Alter von acht Jahren starb seine Mutter. Viele indische Kinder in ähnlichen Situationen hätten nun in der Landwirtschaft helfen müssen, um den kargen Lohn zu verbessern. Ram Subba Reddys Vater aber steckte ihn stattdessen in die Schule in Chilakaluripet und ermöglichte so dieses erfreuliche Ergebnis.