Wort und Tat

Pfandflaschen

Mit deutschen Pfandflaschen indische Brunnen finanzieren

Eine kleine Gruppe junger Leute aus dem Bergischen Land hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man trotz eines kleinen Geldbeutels großartige Hilfe leisten kann: Herausgekommen ist das Projekt hilfreich - ein Konzept, das insbesondere Schulen leicht aber effektiv umsetzen können.

Die ersten erfolgreichen Tests bestand das Projekt hilfreich bereits, unter anderem am Bodelschwingh Gymnasium in Herchen, Siegerland. Dort hatten die Schüler einer Klasse die ganze Schule dazu motiviert, Pfandflaschen zu spenden. Der Erfolg war durchschlagend: Innerhalb von zwei Wochen kam eine Summe von über 1.900,- Euro zusammen – genug, um den Bau von drei Brunnen im indischen Andhra Pradesh zu finanzieren. Und weil hilfreich großen Wert darauf legt, seine Arbeit und den Geldfluss transparent zu machen, zeigen mittlerweile Bilder aus Indien, dass die Brunnen tatsächlich bei den Bedürftigen angekommen sind.

 

Große Hilfe trotz kleinen Geldbeutels

Die Idee hinter dem Projekt ist einfach, aber man muss auch erstmal darauf kommen: Pfandflaschen stellen ja an sich keinen großen Wert dar. Eine Flasche bringt normalerweise 25 Cent. Selbst zehn Flaschen sind lediglich für überschaubare 2,50 Euro gut. Wenn aber – wie in Herchen – 1.000 Schüler Flaschen sammeln, ergeben sich schnell ganz andere Zahlen.

 

Alle Spenden kommen den Bedürftigen zugute

Das Team vom Projekt hilfreich stellt die Container für die Sammelaktion in den Schulen auf. Es hat zudem eine Partnerschaft mit verschiedenen Getränkemarktketten, bei denen die Flaschen zurückgegeben werden können, und es liefert Konzept und Werbung für die Aktion. All dies finanziert das Projekt aus Sonderspenden. So bleibt die Organisation für die teilnehmenden Schulen praktisch kostenlos.

Die Stufe, die sich bei der Sammelaktion am fleißigsten und somit am „hilfreichsten“ zeigt, wird übrigens mit einer Urkunde ausgezeichnet und auf der Homepage des Projekts präsentiert. Silas Wallmeroth, Vorsitzender des Vereins hilfreich, sagt zu der Idee: „Wir glauben, dass großes Bewusstsein für die Armut weltweit geweckt werden kann, wenn junge Menschen hier begreifen, dass sich mit etwas so ‚Geringem’ wie einer Pfandflasche Leben retten lassen.“

In Zukunft will das Team auch andere wortundtat-Projekte unterstützen. So rechnet der Verein auf seiner Internetseite etwa vor, dass zehn gespendete Pfandflaschen (2,50 Euro) reichen, um ein indisches Baby aus den Slums einen Monat lang mit Milch und lebenswichtigen Vitaminen zu versorgen, wenn die Mutter nicht ausreichend stillen kann. Mit diesen von wortundtat organisierten Milchspeisungen lassen sich schwerwiegende Krankheiten vermeiden, die durch Mangelernährung in der Kleinkindphase hervorgerufen werden. In Indien gelten etwa 34 Prozent der Bevölkerung als unterernährt.