Wort und Tat

Krankenpflegeschule

Pflegenotstand in Südtansania

Ein Hindernis auf dem Weg zu einem funktionierenden Gesundheitssystem für ganz Tansania ist der chronische Mangel an qualifiziertem medizinischem Personal. Im Süden ist dieser Mangel besonders schlimm: Kaum ein gut ausgebildeter Arzt oder eine fachlich versierte Pflegekraft zieht freiwillig in den zurückgebliebenen Süden des Landes. Sie alle finden gut bezahlte Arbeit im Norden Tansanias oder an der Küste.

Im Tunduru-Distrikt selbst gab es bisher keine Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegepersonal – heimische Kräfte konnten also nicht eingesetzt werden. Doch während in Deutschland noch nicht klar ist, wie der bei uns ebenfalls erkannte Pflegenotstand behoben werden kann, zeichnet sich für die Region um KIUMA gerade eine Lösung ab: wortundtat hat im Jahr 2007 eine Krankenpflegeschule mit 120 Ausbildungsplätzen eingerichtet. Dort werden in dreijährigen Lehrgängen Sekundarschul-Absolventen zu Krankenschwestern und -pflegern ausgebildet. Von ihnen werden einige im Distrikt bleiben und die zahlreichen freien Stellen im Krankenhaus und in den regionalen Krankenstationen besetzen. Schon während der Ausbildung sind die „Azubis“ eine unentbehrliche Hilfe für das immer gut ausgelastete Krankenhaus in KIUMA.

Im Juli 2010 machte der erste Jahrgang der Krankenpflegeschule seine Abschlussprüfungen. Fast alle Absolventen schafften ihr Examen: sie stehen nun vor allem dem regionalen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Auch das KIUMA-Krankenhaus konnte seinen Pflegenotstand beenden und viele von ihnen einstellen. Sorge um einen Arbeitsplatz müssen sie – wie auch die späteren Jahrgänge - sich nicht machen: Der Bedarf an Krankenschwestern ist in ganz Tansania groß.