Gerettet
Gloria rettet Menschen vor dem Kältetod
Mitte Februar, Ceadir Lunga, Republik Moldau. In dem kleinen Land zwischen der Ukraine und Rumänien herrscht seit Wochen bittere Kälte. An einer belebten Kreuzung spricht Nikolai, der Bahnschrankenwärter, die Mitarbeiter von Gloria an: In einem nahegelegenen Haus liegen zwei Männer, vermutlich alkoholisiert, ohne Heizung und ohne Essen, und drohen zu erfrieren.
Die Gloria-Mitarbeiter gehen sofort zu dem baufälligen Gebäude. Auf Klopfen und Rufen reagiert jedoch niemand. Nur ein Hund schlägt erbärmlich jaulend an. Über Umwege versuchen die Mitarbeiter an die Schlüssel zum Haus zu kommen – vergeblich. Inzwischen ist es komplett dunkel geworden. Erneutes Klopfen, Rufen und an der Tür und Rütteln – nichts hilft und so ruft Vitaly Paunov, der Gloria-Leiter, schließlich per Handy die Polizei. Gemeinsam hebeln sie mit einem Eisen die Tür auf.
Im stockdunklen Inneren treffen die Helfer in vollkommen unbeheizten, verwahrlosten, nach Urin und Kot riechenden Räumen in Decken eingehüllt zwei Männer, die auf rostigen Bettgestellen liegen: Es sind Hauseigentümer Dimitry, noch keine 30 Jahre alt, und sein Freund Valery aus einem Nachbarort, der nur ein Bein hat. Im Licht einer Taschenlampe überredet Vitaly Paunov mit Unterstützung der Polizisten die beiden mühsam, zu Gloria in die Wärme zu kommen. Valery, vom Alkohol offensichtlich noch sehr benommen, ist schnell überzeugt. Dimitry erklärt zunächst, dass er nicht mitkommen könne, weil man ja bei Gloria nicht rauchen und nicht trinken darf. Schließlich aber lenkt auch er ein.
Im medizinischen Zentrum erhalten sie vom Nachtwächter etwas Warmes zu essen und eine Tasse Tee. Beiden ist der große Hunger anzusehen. Danach gehen sie in die Badewanne, um dann die rasch zusätzlich hergerichteten Betten in der Notunterkunft zu beziehen.
Dort waren zuvor schon auf engstem Raum drei andere „Kälteflüchtlinge“ untergebracht worden, die mittlerweile in das Wohnheim für Obdachlose umgezogen sind. Dieses hat eigentlich eine Kapazität für 25 Personen. Aber schon jetzt sind dort 33 Männer untergebracht.
Wenige Tage später: Sobald klar war, dass Valery und Dimitry keine ansteckenden Krankheiten hatten, konnten sie ebenfalls in das Wohnheim umziehen. Bei der ersten medizinischen Untersuchung zeigte sich, dass Valerys noch vorhandener Fuß durch die Kälte ebenfalls schwere Erfrierungen erlitten hatte. Vitaly Paunov berichtete, dass 50 % aller jetzigen Wohnheim-Bewohner auf ähnliche Weise von der Straße gelesen oder aus kalten Häusern in die Gloria-Unterkunft kamen. Dank der Aufmerksamkeit des Schrankenwärters Nikolai und des Einsatzes der Gloria Mannschaft haben Valery und Dimitry jetzt eine Lebenschance.
