Energieversorgung
Das richtige Konzept zur Stromversorgung
Eine der größten Herausforderungen für KIUMA im abgelegenen Tunduru-Distrikt ist die Versorgung mit elektrischer Energie. Eine öffentliche Stromversorgung gibt es dort nicht, elektrischer Strom kommt also nur aus den eigenen Generatoren. Der Diesel zum Betrieb der Generatoren muss erst mühsam und verbunden mit hohen Kosten herangeschafft werden. Das können sich die Dorfbewohner nicht leisten, und Projekte wie KIUMA müssen dafür viel Geld aus ihrem Etat verwenden. Die Investition in Solarenergie zur ausschließlichen Erzeugung von Strom ist aber für ein Projekt wie KIUMA viel zu teuer, als dass sie eine echte Alternative darstellen könnte.
Dennoch ist Strom eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Region: Mit künstlichem Licht werden die Menschen unabhängiger von der Sonne, die abends nur bis etwa 18.30 Uhr für ausreichende Helligkeit sorgt. Mit künstlichem Licht kann man aber auch nach Einbruch der Dunkelheit noch lesen und lernen. Mit Strom lassen sich die Akkus von Handys oder Radios betreiben, die für die Kommunikation wichtiger Nachrichten unerlässlich sind. Und erst Elektrizität macht die Nutzung von Computern oder Internet möglich – was ein riesiger Schritt für die Menschen wäre, die heute noch nicht einmal einen Fernseher besitzen.
wortundtat prüft verschiedene Verfahren zur Stromerzeugung, die sich an den Möglichkeiten der Menschen und den übrigen Rahmenbedingungen vor Ort orientieren. So steuert seit 2010 eine Biogasanlage Brennstoff für die großen Generatoren bei, die KIUMA mit Strom versorgen. Gespeist wird die Anlage mit den Fäkalien der Schüler.
Ein Projekt, das Chancen für die ganze Region birgt, ist der Anbau von Jatropha. Diese anspruchslose Pflanze ist für Mensch und Tier unbekömmlich. Sie wird bereits in vielen Regionen der Welt als Energielieferant eingesetzt. Die Nüsse der Pflanze enthalten viel Öl, das sich leicht aus der Nuss auspressen lässt und das als Ersatz für Diesel zum Betrieb der Generatoren verwendet wird. Die ersten Anbau- und Verwertungsversuche von KIUMA sind in den vergangenen Jahren erfolgreich verlaufen.
Ein Videoclip aus unserem wortundtat-Youtube-Kanal:
