Faible für Zahlen

KIUMA macht Berufstraum möglich

Samuel Emanuel Telela mit einer Vorliebe für Zahlenwerke arbeitet heute in der Buchhaltung unseres tansanischen Partners KIUMA. Dass dieser Berufstraum wahr wird, hätte der wissbegierige junge Mann, der früher die KIUMA-Sekundarschule besuchte, niemals zu träumen gewagt.

 Mit dem eigenen Tun ist Samuel sichtlich im Einklang – „Mein Ziel ist ein Leben nach Gottes Maßstäben."

Mit dem eigenen Tun ist Samuel sichtlich im Einklang – „Mein Ziel ist ein Leben nach Gottes Maßstäben.“

Dorfleben begrenzt Möglichkeiten

Samuels Kindheit in dem kleinen Ort Mbesa ähnelte der vieler Altersgenossen, die wie er in den abgelegenen Ortschaften nahe der Grenze zu Mosambik aufwachsen. Mit seinen Eltern und drei Geschwistern bewohnte er ein Haus ohne Strom- und Wasserversorgung. Der Vater hatte ein bescheidenes Einkommen als Pastor. Die Mutter betrieb eine kleine Landwirtschaft für den Eigenbedarf. Der junge Mann berichtet: „Nach der Schule hatten wir Kinder feste Aufgaben. Ich holte Wasser vom Fluss und half im Gemüsegarten.“ Ähnlich gleichförmig war seine Freizeit. Samuel las, spielte Fußball und unterstützte die kirchliche Jugendarbeit. Doch er wollte auch lernen. Für einen wissbegierigen Jugendlichen bietet der unterentwickelte Süden Tansanias allerdings kaum Möglichkeiten. Zuverlässige weiterführende Schulen gibt es nicht und der Besuch einer weiter entfernten Bildungsstätte war unerschwinglich. Mit Abschluss der siebten Klasse der Grundschule im Dorf sah er sich deshalb bereits am Ende seiner Bildungslaufbahn.

Traum von Weiterbildung wird wahr

Qualifizierte Lehrer, ein eigener Sitzplatz und genügend Lehrbücher – im Tunduru-Distrikt sind gut ausgestattete Schulen wie in KIUMA eine Rarität.

Qualifizierte Lehrer, ein eigener Sitzplatz und genügend Lehrbücher – im Tunduru-Distrikt sind gut ausgestattete Schulen wie in KIUMA eine Rarität.

Der Wunsch nach Vertiefung seines Schulwissens erfüllte sich dennoch. Samuel weiß noch wie heute, wie er von KIUMA erfuhr: „Vater berichtete eines Tages von einem Zentrum für schulische, berufliche und geistige Bildung etwa 110 Kilometer nördlich von Mbesa. Als ich hörte, dass das Zentrum eine gut organisierte weiterführende Schule betrieb und dass diese ärmeren Einheimischen offenstand, war ich sofort entschlossen.“ Trotz großer Entfernung vom eigenen Zuhause entschied der damals 19-Jährige, sich schnellstmöglich anzumelden.

Samuel war glücklich. Die KIUMA-Sekundarschule bot ihm endlich eine finanzierbare Bildungschance. Und er entdeckte seine Vorliebe zu Zahlen. Samuel erinnert sich: „Buchhaltung und Kostenrechnung wurden sofort meine Lieblingsfächer. In diesem Bereich wollte ich später arbeiten.“ Mit Bestehen seines Fachabiturs kam er diesem Wunsch näher, denn das Examen qualifizierte ihn zum Studium. Er entschied sich für eine Universität für Rechnungswesen in der erheblich besser entwickelten Küstenregion von Mtwara, die er erfolgreich abschloss.

Positive Lebens-Bilanz

Samuel summiert: „Als ich Kind war, begrenzten einfache Sachzwänge wie ein Zuhause ohne Wasser und Strom sowie eine fehlende Infrastruktur mein Leben. Dann wurde ich KIUMA Schüler. Heute bin ich bei KIUMA dafür verantwortlich, alle Ausgaben meiner früheren Schule und der anderen Einrichtungen der Organisation ordentlich nachzuhalten.“ Seine Bilanz: „Mein Beruf ist mein Traum. Die Arbeit ist qualifiziert und interessant. Es mangelt mir höchstens einmal an Zeit. Aber ich habe noch mehr vor: Ich möchte heiraten, mich erneut weiterbilden und anderen helfen, wie auch mir geholfen wurde. Denn Jesus sagt: ‚Die Gnade, die Du erhieltest, gib weiter.“