Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingsmisere

Auch weiterhin bleibt für Zehntausende die Flucht nach Europa die einzige Chance, um Krieg, Unterdrückung, Hunger oder Verfolgung in ihrer Heimat zu entkommen. Lesbos ist ein wichtiges Etappenziel für diejenigen, die aus dem Nahen Osten kommen. Für sie ist die griechische Insel erste ,Station‘ auf dem europäischen Kontinent. Eine Phase der Beruhigung brachte der „Flüchtlingspakt“ zwischen Europäischer Union und Türkei. Seitdem sitzen jedoch viele Flüchtlinge auf Lesbos fest. Und seit August 2016 kommen tageweise auch wieder mehr Menschen auf der Insel an.

Engagement auf Lesbos bleibt wichtig

Die Zahlen der Neuankömmlinge und der Festsitzenden schwankt erheblich. Nach europäischem Recht müssen sie in Griechenland bleiben, bis ihr Asylantrag bearbeitet wurde. Wann dies der Fall ist, wissen die wenigsten. Bis dahin erhalten sie kaum Unterstützung und sind vielfach auf sich allein gestellt. Wie lange diese Situation anhält, lässt sich derzeit nicht absehen. Mit unserem griechischen Partner stehen wir deshalb den Hilfesuchenden zur Seite. Während andere Hilfsorganisationen sich aus Protest gegen den EU-Türkei-Deal von Lesbos zurückzogen, beschloss unser Partner zu bleiben.

EU-Hotspot: Versorgen und willkommen heißen

Helfer nehmen Flüchtlinge in die Arme und signalisieren: „Hier bist du willkommen und sicher."

Helfer nehmen Flüchtlinge in die Arme und signalisieren: „Hier bist du willkommen und sicher.“

Besonders angespannt ist die Lage im EU-Hotspot bei der Ortschaft Moria. Auf dem Gelände sind deutlich mehr Menschen untergebracht, als es beherbergen kann. Genaue Zahlen haben die Behörden nicht. Die Tatsache, dass Hunderte in notdürftigen Zelten schlafen und die festen Behausungen überbelegt sind, spricht für sich. Unsere Hilfe bleibt dringend erforderlich. Mit Essen und Trinken, Kleidung, einem Schlafplatz und einfachen Hilfsangeboten für die Hygiene.

Für viele mindestens ebenso wichtig ist menschliche Zuwendung. Die Helfer heißen die Erschöpften bei der Ankunft herzlich willkommen und signalisieren auch im späteren Camp-Alltag, dass jeder Mensch wertvoll und geliebt ist.

Weitere Aufgaben sind die Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge in einem eigenen Bereich des Camps. Dort erfahren sie liebevolle Aufmerksamkeit. Und obwohl die Zahl der Neuankömmlinge im Vergleich zum Sommer 2015 deutlich gesunken ist, müssen immer neue Menschen im Camp untergebracht werden.

Unterstützung an weiteren Orten

Im sozial-diakonischen Zentrum der Inselhauptstadt Mytiline erhalten Flüchtlinge ebenfalls Essen, Kleidung und die Möglichkeit sich zu waschen.

In Athen betreuen wir bereits seit den 1980er Jahren Hilfsbedürftige. Dort sind Flüchtlinge ebenfalls herzlich willkommen. Viele von ihnen sprechen weder Englisch noch Griechisch. In Einführungskursen versuchen wir, wenigstens denen grundlegende Sprachfertigkeiten zu vermitteln, die keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen – zum Beispiel, weil sie keine Genehmigung zum Schulbesuch haben oder weil sie bereits erwachsen sind.

Eine besondere Maßnahme ist das fünftägige Sommercamp für Männer oder Familien außerhalb Athens. Auf einem einsam gelegenen Gelände am Meer kümmern sich Helfer um die Flüchtlinge und geben ihnen die Chance, sich vom anstrengenden Alltag auf den Straßen Athens auszuruhen. Ein umfangreiches Spiel- und Sportangebot hilft, sich zu entspannen und Freude am Leben neu zu entdecken.

Sie können auch helfen

Die Menschen auf Lesbos und in Athen freuen sich über Ihre