… vom Leben

Leben unter erschwerten Bedingungen

Die Menschen im Süden Tansanias sind von der Außenwelt weitestgehend abgeschnitten. Während es Fernsehen im Land erst seit Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts gibt, ist es im Tunduru-Distrikt praktisch noch gar nicht angekommen. Das Handy ist oftmals das einzige elektrische Gerät, das die Menschen haben – jedoch nicht um anzurufen, sondern um erreichbar zu sein. Da kaum jemand über einen Stromanschluss verfügt, geht man zum Aufladen des Akkus zu Leuten, die einen Stromgenerator besitzen.

Das Leben findet überwiegend im Freien statt. Freizeiteinrichtungen gibt es so gut wie nicht – am einen oder anderen Ort hat ein Dorfbewohner einen Fernseher, auf dem er wie in einem Kino die Nachbarn gegen Bezahlung mitsehen lässt.

Die Familien sind anders strukturiert als in Europa. In der überwiegend muslimischen Bevölkerung hat ein Mann in der Regel mehrere Frauen. Die durchschnittliche Familie besteht aus einem Mann, drei Frauen und bis zu 20 Kindern. Deren Chance, das Erwachsenenalter zu erreichen, ist bei Weitem nicht so groß wie in Europa: Im Landesdurchschnitt sterben mehr als 42 von 1.000 Kindern bevor sie das erste Lebensjahr abgeschlossen haben. Im Süden liegt dieser Wert bei 150 bis 200 von 1.000 (Deutschland/Österreich/Schweiz: 4 – 6 pro 1.000). Und während das Durchschnittsalter der tansanischen Bevölkerung bei 17,5 Jahren liegt ist der Durchschnitt der deutschsprachigen Bevölkerung in Europa etwa 45 Jahre alt.

Daten: CIA World Factbook 2016