Gefragter Mann

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Francis Lukoya nimmt Lehrerstelle in KIUMA an

Lehrer werden in Tansania dringend gebraucht. Während sich an deutschen Schulen im Schnitt ein Lehrer um 16 Schüler kümmert, müssen sich in dem südostafrikanischen Staat etwa 46 Schüler einen Lehrer teilen. In ländlichen Gegenden ist das Verhältnis weit schlechter. Da ist jemand wie Francis Lukoya natürlich ein gefragter Mann: Er ist seit Mitte 2013 Lehrer für Sport und Englisch.

Bei einem derartig schlecht ausgestatteten Schulsystem liegt es nahe, dass sich Lehrer in Tansania einen Arbeitsplatz aussuchen, der optimal ausgestattet ist und eine attraktive Umgebung bietet. Francis Lukoya aber hat sich nach Abschluss seines Studiums für die weit abgelegene KIUMA-Sekundarschule entschieden. Die nächste Stadt ist rund 70 Kilometer entfernt. Die Verbindungsstraße ist in der Regenzeit nur eingeschränkt passierbar und auch sonst nicht sonderlich komfortabel. Und: Rund um KUMA gibt es keinerlei Freizeitangebote.

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Im Tunduru-Distrikt haben junge Menschen nur selten wirklich gute Schulen in erreichbarer Nähe. Die Schüler der KIUMA-Sekundarschule erreichen meist vergleichsweise gute Noten.

Francis Lukoya hatte eine andere Motivation für seine Entscheidung: „Ich hatte dem KIUMA-Leiter Dr. Matomora versprochen, nach dem Studium als Lehrer wieder hier an die Schule zu kommen“, sagt der junge Mann, der vor dem Studium die Sekundarschule als Schüler besucht hatte. „Als Jugendlicher war es nicht leicht für mich, nach KIUMA zu gehen, weil das sehr weit weg von meiner Familie ist. Aber ich wollte die Chance nutzen, aus meinem Leben etwas zu machen und mehr zu lernen.“

Mit sieben Geschwistern aufgewachsen

Francis Lukoya wuchs in seinem Elternhaus als Zweitältester von acht Geschwistern auf. Zwar hatte sein Vater als Pastor eine feste Arbeit und ein sicheres Einkommen, sodass die Familie immer ausreichend zu essen hatte. Aber in der Schule am Heimatort hatten sie nie genug Lehrbücher und nicht ausreichend Lehrer. Und wegen der sehr einfachen Verhältnisse, unter denen die Familie lebte, waren die Kinder oft krank und litten an Durchfall.

„In KIUMA war das alles anders: Wir hatten sauberes Wasser, Elektrizität und konnten mit unseren Krankheiten zum Arzt. Das war ungewohnt, aber die ganze Umgebung dort hat das Lernen befördert“, erinnert sich Francis Lukoya an die zwei Jahre in der von wortundtat unterstützen Einrichtung. Auch der Umgang der Mitarbeiter untereinander beeindruckte den heute 26-Jährigen: „Die Menschen hier in KIUMA sind freundlich zum Nächsten, helfen sich gegenseitig und unterstützen einander. Das kannte ich vorher nicht. Meine Eltern waren zwar immer sehr liebevoll zu mir, aber in unserer Nachbarschaft gab es so ein Miteinander nicht.“