Zufluchtsort

Auffangstation für Alkoholiker und Obdachlose – Notschlafstelle für Frauen

Viele Männer in Ceadir Lunga nutzen Alkohol als Flucht aus dem Alltag. Angesichts eines Lebens ohne Perspektive, ertränken sie ihre Sorgen im Rausch. Im Heim für Obdachlose und Alkoholkranke erhalten einige von ihnen die Chance für einen Neuanfang: Sie lernen wieder einen geregelten Lebensrhythmus kennen, bekommen klare Aufgaben zugeteilt und werden im günstigsten Fall wieder abstinent. Die Regeln im Heim sind streng. Wer jedoch von den Vorteilen wie regelmäßigen Mahlzeiten, medizinischer Versorgung und der Gemeinschaft profitieren möchte, muss sich auch daran halten. Und wem es gelungen ist, den Entzug hinter sich zu lassen, der bekommt kleine Arbeiten übertragen: Die Pflege des Gemüsegartens und des Hühnerstalls gehören ebenso dazu wie Aufgaben außerhalb des Heimgeländes.

In den Wintermonaten füllt sich das Haus mit zeitweilig über 30 Bewohnern. Die Temperaturen in der Region liegen oft wochen- und monatelang deutlich unter dem Gefrierpunkt. So rettet das Haus immer wieder Menschen vor dem Tod durch Erfrieren.

Notschlafstelle für Frauen

Alleinstehende Frauen in Moldawien gehen Notsituationen meist anders an als Männer: Sie versuchen irgendwie, sich durchzuschlagen. Doch immer wieder kommen auch sie in Situationen, in denen sie wegen Geldmangels die eigene Wohnung nicht heizen oder das baufällige Haus nicht reparieren können. Sie dürfen in den Notschlafstellen unterschlüpfen, die wortundtat eingerichtet hat – zum Beispiel in einer Eigentumswohnung, die die Bewohnerin an die Organisation vererbt hat oder im Haus, in dem sich auch das Hospiz befindet. Dieses Angebot wird dankbar angenommen. Zugleich steigt der Bedarf deutlich, weil auch die Energiepreise in den vergangenen Jahren immer weiter anzogen.