… vom Leben & Arbeiten

Leben wie in einem Entwicklungsland

Das Land zwischen Rumänien und der Ukraine ist mit 33.800 Quadratkilometern etwas größer als Belgien. Von den knapp 3,56 Mio. Einwohnern leben unterschiedlichen Angaben zufolge etwa 80 % unter der Armutsgrenze. Beim Blick auf die Zahlen nimmt die Situation des einzelnen Bürgers der ehemaligen Sowjetrepublik zunächst nur vage Gestalt an. Konkreter fassbar wird sie angesichts der Lebensverhältnisse der Menschen: In den vergangenen Jahren haben etwa eine Million Bürger das Land verlassen, um ihr Glück oder eine Arbeit andernorts zu suchen. Trotz dieser enormen Abwanderung meist junger gesunder Menschen ist eine Arbeitsstelle für die Zurückgebliebenen kaum zu bekommen. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder ähnliche Leistungen des Staates reichen nicht zum Leben. Eine funktionierende medizinische Versorgung fehlt. Heizmittel wie Gas oder Öl – im Winter mit dauerhaft etwa 15 Grad unter Null eigentlich unverzichtbar – sind Mangelware. Der Durchschnittsbürger könnte sie auch kaum bezahlen. Häuser, Straßen, öffentliche Einrichtungen, Elektrizitäts- und Wasserversorgung bedürfen – sofern überhaupt vorhanden – vielerorts dringender Reparaturen. Kurz gesagt: Die Republik Moldau und befindet sich auf dem Niveau eines Entwicklungslandes, ihre Bewohner leben vielfach in großer Not. Und wie überall, wo es der Bevölkerung einer Region am Nötigsten mangelt, leiden die Schwächsten am meisten: Kinder, Alte, Kranke, Behinderte und Menschen am Rand der Gesellschaft.