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Starre Schranken regeln die indische Gesellschaft und grenzen Menschen aus

Die hinduistische Kastenordnung gibt noch heute in wesentlichen Teilen die Struktur der indischen Gesellschaft vor. Gerade in den ländlichen Regionen gelingt es nur langsam, das jahrtausendealte System zu überwinden, das auf einer Aufteilung der Menschen in ‚rein‘ und ‚unrein‘ basiert und das zu einer stark hierarchisch gegliederten Gesellschaft führt. In eine Kaste wird man hineingeboren und hat kaum Chancen, diese während seines Lebens zu verlassen. Die durch die Kastenzugehörigkeit vorgegebenen Schranken werden von den meisten Landbewohnern als gegeben akzeptiert. Nur in den Städten beginnen die Grenzen nach und nach durchlässiger zu werden.

Obwohl das indische Recht eine Diskriminierung aufgrund von Kastenzugehörigkeit im öffentlichen Raum verbietet, sieht es in der Realität so aus, dass nach wie vor Arbeiten, die als unrein gelten, zumeist von Menschen aus ‚unreinen‘ Kasten ausgeführt werden. Auch die Lebenspartner werden in der Regel nur in der eigenen Kaste gesucht.

Besonders benachteiligt werden die Menschen, die sich außerhalb des Kastensystems bewegen: Dalits – die früher Unberührbare genannt wurden – und andere, meist zu den Ureinwohnern des Subkontinents zählende Volksstämme. Für sie hat die indische Regierung feste Kontingente an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen in öffentlichen Einrichtungen reserviert.

Weitere Informationen über das indische Kastensystem hat die Bundeszentrale für politische Bildung.