… vom Leben

Weit abgeschlagen

Das überwiegend ländlich geprägte Leben im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh hat nur wenig mit dem Leben in Mitteleuropa gemein. Etwa 50 Millionen Menschen leben dort auf einer Fläche, die etwa einem Drittel der Fläche Deutschlands entspricht. Auf einem Quadratkilometer leben etwa 300 Menschen (Deutschland: ca. 230). Das Klima ist tropisch – nur selten sinkt das Thermometer in den flacheren Landesteilen unter die 20° Celsius-Marke. In den Sommermonaten wird es manchmal bis zu 50° Celsius im Schatten. Fast immer ist es sehr schwül.

Etwa zwei Drittel der Bevölkerung des Bundesstaates lebt auf dem Land, viele von ihnen ernähren sich von einer mehr schlecht als recht funktionierenden Landwirtschaft. Nur etwa 65 von 100 Bewohnern können lesen und schreiben (Deutschland: 99 von 100). Das Bruttoinlandsprodukt im Bundesstaat lag 2010 etwa bei 88 Mrd. Euro (zum Vergleich: Hansestadt Hamburg, Bruttoinlandsprodukt 2014: 103 Mrd € bei rund 1,8 Millionen Bewohnern).

Viele Menschen leben in einfachsten Behausungen aus Holz, Ästen, Lehm, Palmzweigen oder Plastikplanen. Gerade in den Monsunmonaten zwischen Juni und Dezember werden daher immer wieder ganze Landstriche zerstört und zehntausende Menschen obdachlos. Die Straßen abseits der sehr knapp ausgelegten Autobahnen sind in einem miserablen Zustand. Wasser und Strom erreichen nur einen Teil der Stadtbevölkerung und noch weniger auf dem Land.

Etwa 91 Prozent der Bewohner in Andhra Pradesh sind Hindus, weitere sieben Prozent Muslime, die Christen stellen eine sehr kleine Minderheit dar. Sie erreichen überwiegend die von der hinduistischen Gesellschaft stark ausgegrenzten Dalits (Unberührbare) und die Adivasi (Ureinwohner).