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Ausbildung und Beruf waren nicht vorgesehen

Unser Partner, die AMG India, beschreibt es sehr blumig: „Eine der Knospen der AMG ist zu einer erfolgreichen Krankenschwester aufgeblüht. Sie heißt Baby und ist ein AMG-Zögling, der heute Licht in das Leben vieler anderer Mensch bringt.“

Baby kommt ursprünglich aus einer einfachen Familie, in der die für Indien oft noch typische traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau gilt. Sie ist eine von sechs Töchtern eines Fischers, der hart arbeiten muss, um den Lebensunterhalt für sich und seine Angehörigen zu verdienen. Allen Widrigkeiten zum Trotz und obwohl die gesellschaftliche Situation der Familie das eigentlich nicht erwarten ließ, ist Baby heute eine große Stütze für ihre Eltern und Geschwister.

In der AMG Schule im kleinen Küstenstädtchen Vadarevu machte sie 1999 ihren Abschluss. Schon damals wollte sie unbedingt Krankenschwester werden. AMG hörte von diesem Traum und ergriff die Initiative: Schulgebühren und andere Kosten wurden für sie bezahlt, damit sie den Abschluss machen konnte. Nach dem Ende der Allgemeinen Krankenpflege- und der Geburtshilfe-Kurse erhielt sie die Chance, am wortundtat-Krankenhaus in Visakhapatnam den Kranken und  Bedürftigen zu helfen. Nachdem sie dort einige Jahre gearbeitet hat, bekam sie nun einen Arbeitsplatz bei der öffentlichen Hand. Als Stationsschwester leitet sie heute eine Abteilung im Rajiv Gandhi Institut für Medizinwissenschaften in Ongole etwa 70 Kilometer von Vadarevu entfernt. Sie verdient dort rund 200 € monatlich. Davon wird man nicht reich, aber es ist so viel, dass sie davon auch noch ihre Familie gut unterstützen kann.

„Meine Eltern hatten kein Interesse daran, dass ich mich nach der High School weiter ausbilde, und eine berufliche Karriere war für mich überhaupt nicht vorgesehen. Aber wenn ich heute die weiße Schwesterntracht anziehe und meine jungen Kolleginnen anleite, dann ist das einfach großartig. Und der Dank dafür geht an AMG und wortundtat“, bedankt sich Baby überschwänglich.