Stipendiat

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Fürs Leben gelernt

Nookaraju Muralasetti ist Sohn eines Landarbeiters. Nach der zehnten Klasse beendete er zunächst die Schule. Die Eltern hatten kein Geld mehr für Bildung. Dann aber hörten sie von unseren Schulen, die Kinder aus armen Familien aufnehmen. Diese Nachricht änderte Nookarajus Leben.

Er kam für zwei Jahre in unsere Schule in Rajahmundry und ist noch heute dankbar für die Chance, die sich ihm dadurch eröffnete. „In dieser Zeit habe ich meine inneren Fähigkeiten kennengelernt. Die Lehrer haben meinen Blick für das geschärft, was ich zu leisten imstande bin“, sagt der 26 Jahre junge Mann. Aber nicht nur das: Die Betreuer hätten auch das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe gestärkt. Sie wären immer gute Vorbilder für die Schüler gewesen. Nicht zuletzt deshalb stünde er heute – neun Jahre nach seinem Abschluss – immer noch im engen Kontakt mit Mitschülern und Lehrern.

Und je länger Nookaraju erzählt, umso mehr begeistert ihn die Erinnerung an das Erlebte: „Diese Schule ist ein Ort, in dem man alles Wichtige über das Leben lernt: Wie man miteinander umgeht, wie man arm und reich zusammenbringt, wie man sich gegenseitig helfen kann. Und das kommt daher, dass die Lehrer sich nicht an überflüssige Konventionen halten. Was man macht, ist für sie nicht wichtig! Sie suchen tatsächlich nach Möglichkeiten, die Schule zu verbessern. Und ihr Interesse an der Zukunft der Schüler ist ehrlich.“

Und diese Zukunft kann sich für Nookaraju positiv entwickeln: Er ist – nach einigen weiteren Jahren an verschiedenen anderen Schulen – am National Institute of Technology im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh gelandet. Das Institut ist nicht irgendeine wissenschaftliche Einrichtung, sondern eine angesehene nationale Lehr- und Forschungsanstalt. Dort entwickelt er Verfahren zur Reinigung von Industrieabwässern. Weil er sehr gute Noten in seinen Schulabschlusszeugnissen hatte, erhielt er dort ein Stipendium und bekommt monatlich etwa 200 Euro Unterstützung. Damit kann er sein Leben finanzieren und seiner Familie etwas helfen. Damals, nach dem Ausscheiden aus der zehnten Klasse, hätte er das nie für möglich gehalten.