Gesundheit & Soziales

Medizinische Beratung und Behandlung

Experten, die einen Überblick über die allgemeine medizinische Versorgung der griechischen Bevölkerung haben, berichten von einer sich weiterhin verschlechternden Situation. Sie erklären, dass „gesundheitliche Leistungen nur bei erheblicher Eigenbeteiligung erbracht werden – eine Hürde, die für große Teile der Bevölkerung unüberwindbar geworden ist“ (Ärzte der Welt).

Noch komplizierter ist die Situation für Menschen am sogenannten ‚Rand der Gesellschaft‘. Immer mehr Griechen haben keine Arbeit, immer seltener reicht die staatliche Hilfe zum Überleben aus. Medizinisch versorgt werden sie – für viele illusorisch – nur gegen Barzahlung. Oft haben sie zudem Angst, mit Behörden oder offiziellen Ansprechpartnern in Kontakt zu treten. So versuchen sie, sich selbst zu helfen oder verschleppen Krankheiten mit oft nur schwer zu behandelnden Folgen.

Hier hilft der wortundtat-Partner in seinen sozial-diakonischen Zentren mit verschiedenen Arztpraxen. Ein Arzt für Allgemeinmedizin untersucht Bedürftige, die nahezu ausnahmslos behandlungsbedürftig sind, verordnet Medikamente und überwacht den Heilungsprozess. Seit 2015 können Flüchtlinge und verarmte Griechen im Nachbarraum einen Zahnarzt aufsuchen. Neben vielen Erwachsenen haben auch die Kinder häufig extrem schlecht versorgte Zähne. In dem Zentrum für Frauen und ihre Kinder praktiziert wochentäglich für mehrere Stunden eine Gynäkologin und eine Kinderärztin. Vielen der kleinen Patienten ist anzusehen, dass sie nicht ausreichend essen.

Grundversorgung

Gesundheit umfasst Hygiene. Neben den Arztpraxen verfügen alle Einrichtungen über Dusch- und Waschgelegenheiten. Viele Bedürftige haben keine Möglichkeit sich selbst oder ihre Wäsche regelmäßig zu reinigen.

Zu dem Nötigsten, was die Helfer anbieten, gehören auch die sogenannten Love-Meals. Zu den kostenlos angebotenen Abendmahlzeiten kommen wochentags je 200 bis 300 Menschen in den hauseigenen großen Speisesaal. Zum Zuge kommt immer eine anderen Gruppe Bedürftiger.

Zur Grundversorgung gehört auch eine Kleiderkammer. Menschen, denen lediglich das gehört, was sie auf dem Leibe tragen, sind für den Ersatz eines verloren gegangenen wichtigen Stückes dankbar.

 

Helfen, wo es brennt

Unterstützen und beraten beim Behördengang, vermitteln und dolmetschen beim Facharzt, ein Lebensmittelpaket für einen bettlägrigen Hungernden oder einfach ein Platz zum Ausruhen. Wo immer es möglich ist, kümmert sich der Partner in Athen auch um kurzfristig erforderliche Hilfen.

Neben diesen kleinen Diensten halten wir die Augen offen, wenn im größeren Rahmen Soforthilfe benötigt wird. Ein aktuelles Beispiel ist das im Spätsommer 2015 binnen weniger Wochen ins Leben gerufene Projekt auf der Insel Lesbos.