Welt-Lepra-Tag

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Welt-Lepra-Tag: Lepra in Deutschland und Indien

Evelyne Leandro (ohne Abbildung) ist gebürtige Brasilianerin. Sie lebt in Berlin, ist 33 Jahre alt. Und sie hatte Lepra (Was ist Lepra?). – Was diese Krankheit für einen heute lebenden Mitteleuropäer bedeutet, wie sie das Leben beschränkt und verändert und durch welche Höhen und Tiefen der Erkrankte geht, bis ihm geholfen werden kann, das beschreibt Evelyne Leandro in ihrem Buch „Ausgesetzt“, das im Herbst 2014 erschienen ist.

500 Tage Behandlung

Ausgesetzt – Cover des Buches von Evelyne Leandros

Auf knapp 230 Seiten hat Evelyne Leandro beschrieben, wie sie ihre Lepra-Infketion erlebte.

In Tagebuchform hat sie die rund 500 Tage währende Zeit von den ersten Symptomen bis zum Ende der Behandlung zusammengefasst. Schmerzen, Angst und Ungewissheit aber auch Hoffnung, Freude und Perspektiven vermittelt sie dem Leser in – teilweise – sehr persönlichen Worten. So gibt sie tiefe Einblicke in diese „Krankheit der Armut“, über die sie mit dem Buch aber auch mit weiterführender Bildungsarbeit aufklären möchte.

In Indien kein Einzelfall

Was in Deutschland die absolute Ausnahme ist, gehört in anderen Teilen der Welt noch zur täglichen Realität. wortundtat nutzt daher den Welt-Lepra-Tag 2015 (25. Januar 2015), um auch auf die Situation der Lepra-Patienten in unseren indischen Projekten aufmerksam zu machen. Denn noch immer kümmern wir uns dort um über 2.000 Leprakranke. Sie leben entweder zusammen mit ihren Familien in einem unserer Dörfer, die in den 80er Jahren errichtet wurden. Oder sie bekommen – wie der Mann oben im Bild – jeden Monat Nahrung und andere Hilfen für den täglichen Bedarf, welche die Helfer ihnen nach hause bringen.

Derweil kommen noch immer neue Patienten hinzu: Allein im Jahr 2012 berichtete die Weltgesundheitsorganisation WHO von fast 135.000 neuen Lepra-Infektionen in Indien – das ist mehr als die Hälfte aller bekannt gewordenen Fälle weltweit (knapp 233.000 im Jahr 2012 – Quelle: WHO). Und diese Zahl bedeutet, dass noch immer etwa einer von 1.000 Indern im Jahr an Lepra erkrankt.

Bessere Behandlungsmöglichkeiten als früher

Es kann aber davon ausgegangen werden, dass Menschen, bei denen die Krankheit heute ausbricht, eine deutlich bessere Chance auf vollständige Heilung haben, als noch vor 35 Jahren. Damals begann wortundtat mit der Arbeit in Indien und trug wesentlich zur Weiterentwicklung der richtigen Medikamente bei. Heute werden nach Angaben der WHO die erforderlichen Antibiotika kostenlos abgegeben. Da sie jedoch sechs bis zwölf Monate lang eingenommen werden müssen, ist die Behandlung aufwändig. Sie bedarf sowohl einer guten Mitarbeit durch die Patienten als auch einer engen Begleitung durch die medizinischen Helfer.