Nachruf

 

„Jesus hat mich zu einem sinnvollen Leben befreit“

Ein Nachruf auf Dr. Heinz-Horst Deichmann

Am 2. Oktober 2014 ist der Gründer und Vorsitzende von wortundtat, Dr. Heinz-Horst Deichmann, im Alter von 88 Jahren verstorben. Er wollte kein Begräbnis mit Lobesreden und Beileidsbekundungen, sondern eine Trauerfeier, bei der es um das gehen sollte, was ihm immer so wichtig war: Das Reden von der guten Nachricht der Bibel. Mit dieser Hoffnung ist er gegangen, wie er gelebt hat. Ohne Aufsehen, aber zielorientiert und den Menschen zugewandt – zuallererst denen in Not. In seinem letzten Interview, wenige Wochen vor seinem Tod, erklärte Dr. Deichmann einer Journalistin, wie er das Wirken von Jesus in seinem Leben erfuhr: „Er hat mich berufen und zu einem sinnvollen Leben befreit. Er hat mir Gaben und Möglichkeiten geschenkt und mir gleichzeitig Verantwortung und Aufgaben übertragen. Ich habe versucht, seinem Willen Raum zu geben in meinem Umfeld. Wo es nicht gelungen ist, da durfte und darf ich mit seiner Vergebung rechnen.” 1977 gründete Dr. Deichmann wortundtat. Der Name wurde Programm: Hilfe für die Ärmsten der Armen und die Weitergabe des Evangeliums gingen von Anfang an Hand in Hand. Diese Arbeit – inzwischen auf drei Kontinenten – wird weitergehen. Dr. Deichmanns Sohn, Heinrich Deichmann, hat angekündigt, den Vorsitz des Vereins wortundtat zu übernehmen. Heinrich Deichmanns Frau Susanna begleitet die Arbeit bereits seit vielen Jahren als Vorstandsmitglied.

Dr. Deichmann war auch ein erfolgreicher Unternehmer. Aber der Gewinn war für ihn nie Selbstzweck. Er forderte: „Das Unternehmen muss dem Menschen dienen“. 1977 gründete er das Hilfswerk wortundtat. Bei einem Besuch von Leprakranken in Indien „drehte sich mir das Herz um“, wie er später sagte. „Diese Menschen waren von der Krankheit völlig entstellt. Es gab nur zwei Möglichkeiten: Ich hätte weglaufen können. Oder ich hätte, wie Jesus, auf die Menschen zugehen können, sie in die Arme nehmen und ihnen helfen können.“ Genau das tat er dann auch. Und damit war der Grundstein für die Hilfe für Notleidende in Indien, später in Tansania, Griechenland, der Republik Moldau und vielen Orten in Deutschland gelegt. Mittlerweile sind es rund 200.000 Menschen. In erster Linie geht es um medizinische Hilfe und Bildung. Aber es geht immer um Hilfe zur Selbsthilfe, die vor Ort ausschließlich von einheimischen Mitarbeitern geleistet wird.

Die Arbeit des Hilfswerkes hat sich über die Jahrzehnte immer wieder den Gegebenheiten vor Ort angepasst. Eines wird sich allerdings nicht ändern. Evangelium und diakonisches Engagement werden auch weiterhin Hand in Hand gehen.