Zyklon HudHud

Heftiger Tropensturm reißt indische Küstenregion in eine Krise

Im Oktober zerstörte ein Tropensturm im indischen Visakhapatnam die Lebensgrundlage für viele tausend Menschen. Die Stadt liegt am nördlichen Ende der Region, in der unser Partner AMG arbeitet. Neben einem großen Krankenhaus betreibt wortundtat dort eine Schule mit etwa 2.000 Plätzen und mehrere Dörfer für Leprapatienten und ihre Angehörigen. Mit über 200 Stundenkilometern fegte der Sturm über die Küstenregion hinweg. Zahllose Bäume wurden entwurzelt, Strommasten knickten um, Telefonleitungen wurden gekappt. Visakhapatnam und die umliegenden Städte und Dörfer waren für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Teile des Flughafenterminals wurden zerstört und die Startbahn war zeitweise ebenso überflutet wie zahlreiche Straßen des Landstrichs. Der Verkehr auf Straße und Schiene brach zusammen. Rasch wurde Trinkwasser knapp, auch Diesel und Benzin fehlten bald – die Versorgung mit anderen Waren konnte auch nicht sichergestellt werden.

Über 100 Todesopfer

Es blieb aber nicht bei den Sachschäden: Deutlich über 100 Menschen kamen bei dem Sturm ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Die Regierung schätzte die Summe der Schäden nach einigen Tagen auf etwa 8,85 Milliarden Euro. Damit war der Sturm der zerstörerischste Tropensturm an den man sich in der Region bisher erinnern kann. Die Aufräumarbeiten aber zogen sich sehr lange hin. Auch gut zwei Wochen nach dem Unwetter war der Flughafen noch nicht wieder in Betrieb. Viele Telefone funktionierten ebenfalls lange nicht. Und abgelegenere Orte konnten die Helfer für mindestens 14 Tage nur unter erschwerten Bedingungen erreichen.

Hilfsorganisationen wurden zur Unterstützung der Krisenhelfer gerufen

In dieser schwierigen Situation bat der Premierminister des Bundeslandes Andhra Pradesh die lokalen Hilfsorganisationen um Unterstützung bei der Versorgung der Sturmopfer. AMG stellte sich rasch auf die Lage ein und half mit insgesamt rund 40.000 eilends gefertigten und in die Region gelieferten Lebensmittelpaketen. Lehrer, Schüler und Mitarbeiter  der AMG-Verwaltung packten mit an, damit die Hilfe die Bedürftigen wirklich schnell erreichen konnte.

Die Ärmsten der Armen hatten die schwersten folgen zu tragen

Wie immer in solchen Situationen litten und leiden die Ärmsten der Armen am schlimmsten: Da ihre Behausungen meist nur aus Holz oder getrocknetem Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt sind, wurden viele derartige Hütten schon von Sturm und Regen zerstört. Weil die Transportwege zerstört sind, können sie nicht zu den üblichen Arbeitsstätten gelangen, sofern sie eine feste Arbeit haben. Doch viele der ärmeren Menschen leben von Handlangertätigkeiten. Diese wurden jedoch in den Tagen nach dem Sturm nicht nachgefragt, da auch die meisten ihrer Auftraggeber bedingt durch den Sturm ihre Arbeit unterbrechen mussten. Durch die schlechte Versorgungssituation stiegen auch die Preise für einfache Lebensmittel in der Region ins Unermessliche – ein weiterer Faktor der zu großer Not bei denen führte, die schon vor dem Sturm am bedürftigsten waren.

Hilfe von unserem indischen Partner

So half AMG – mit finanzieller Unterstützung von wortundtat – auch einigen dieser Opfer mit besonderem Einsatz: Weit über 9.000 Hilfspakete wurden an Menschen verteilt, die besonders dringend Hilfe brauchten. Sie erhielten:

  • 10 Kilo Reis
  • 2 Kilo Linsen
  • 1 Liter Speiseöl
  • 1 Kilo Salz
  • 1 Kilo Chilipulver
  • Waschmittel
  • Seife

Etwa 3.000 Personen erhielten zudem Kleidung von AMG.