Erntezeit

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Kinder ernten Obst und Gemüse im Stern im Norden

In der Dortmunder Nordstadt sind Grundstücke mit Garten eher die Ausnahme. Die meisten Menschen wohnen in Mietshäusern. Nur wenige Bewohner haben einen Sinn dafür, etwas wachsen und gedeihen zu lassen, oder ihnen fehlen die Mittel. Salat, Obst oder Gemüse kommen dort für viele Kinder aus der Dose oder aus dem Supermarkt, nicht aus der Erde.

Ulrike Ruopp, die sich sonst vor allem um das Mittagessen und die Küche im Stern im Norden kümmert, hat einen Weg gefunden, wie sie den Kindern das Wachsen und Werden von Obst und Gemüse im Wortsinne nahebringen kann: Zusammen mit Kindern aus der Nachbarschaft hat sie ein paar Kisten mit Erde gefüllt, Pferdemist vom Bauernhof untergemischt, im Frühjahr alle möglichen Samen in die Erde gesteckt und in den folgenden Wochen regelmäßig gegossen, vereinzelt, Unkraut gejätet und was sonst noch zur Pflege eines Beets gehört.

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Ulrike Ruopp (hinten) hat mit Yusef, Luis, Olivia (v. l. n. r.) und einigen anderen Kindern an den Beeten gearbeitet und regelmäßig Tagebuch geführt.

Stolz auf das geerntete Radieschen

Die Kinder haben kräftig geholfen. Manche haben auch Tagebuch geführt und dokumentiert, wie die Pflanzen sich entwickelten. Und im Sommer konnten sie ernten. Einer der „Klein-Gärtner“ war so stolz auf „sein“ Radieschen, dass er es gar nicht essen, sondern zu Hause seiner Mutter zeigen wollte.

Verantwortung übernehmen, Gottes Schöpfung kennenlernen, ein bisschen Biologie verstehen – all das erfahren die Kinder anhand solcher Projekte im Stern im Norden. Dass Fachleute das Pflanzen in Kisten und Kästen auf kleiner Fläche Urban Gardening nennen, interessiert sie nicht wirklich. Aber dass sich jemand die Zeit nimmt, mit ihnen so etwas zu machen, das beeindruckt sie. Im kommenden Jahr will Ulrike Ruopp noch mehr Kisten bepflanzen.