Start ins Leben

Leben von Anfang an wahren

Gilt für Tansania wie Indien: Mit einer medizinischen Grundversorgung lassen sich viele Todesfälle bei Säuglingen verhindern.

Für Eltern in Mitteleuropa ist der Tod des eigenen Kindes kurz nach der Geburt ein erschreckendes, aber glücklicherweise seltenes Ereignis. In Indien und Tansania ist die Säuglingssterblichkeit um ein Vielfaches höher. Mit professioneller Geburtshilfe, Milchspeisungen für Säuglinge und anderen Maßnahmen versuchen wir gegenzusteuern.

Große Unterschiede zu Mitteleuropa

Die Säuglingssterblichkeit ist ein offizieller Messwert der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie bestimmt auf ein Land bezogen, wieviele von 1.000 lebend geborenen Säuglingen in ihren ersten zwölf Lebensmonaten sterben.

Trotz rückläufiger Zahlen in Indien und Tansania sterben noch immer etwa 42 von 1.000 Babys vor ihrem ersten Geburtstag. Indiens Rate (41,81) liegt nur minimal niedriger als diejenige in Tansania (42,43). Große Unterschiede zeigen sich im Vergleich zu Mitteleuropa. In Deutschland, Österreich und der Schweiz überleben drei bis vier von 1.000 Säuglingen die ersten zwölf Monate nicht.*

Ursachen sind vielfältig

Die meisten Fälle begründen sich in der Armut der betroffenen Familien. Fehlende medizinische Versorgung, Mangelernährung und unzureichende hygienische Lebensbedingungen setzen bei ihnen eine Spirale in Gang, durch die selbst harmlose oder leicht behandelbare Krankheiten vor allem bei Babys zum Tod führen.

Probleme an der Wurzel packen

Rund zwei Drittel der Todesfälle im Kindesalter lassen sich mit einfachen Maßnahmen verhindern. Wichtige Bausteine sind die medizinische Vorsorge und die Behandlung der kleinen Patienten.

In Tansania leisten Ärzte und Pflegende im KIUMA-Hospital ambulante und stationäre Hilfe in der hauseigenen Geburtsabteilung, die auch Anlaufpunkt für Eltern mit erkrankten Säuglingen ist. In den Dörfern erhalten Familien Hilfe in den Krankenstationen. Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule unterstützen die ambulanten Fachkräfte tatkräftig.

Im indischen Projekt fördern die bei Milchspeisungen verabreichten Nährstoffe das Wachstum und Immunsystem der Babys. Ärztliche Unterstützung finden Familien im Krankenhaus des indischen Visakhapatnam, dessen angeschlossene Krankenpflegeschule nach und nach für mehr gut ausgebildetes Fachpersonal auf dem Land sorgt.

Sauberes Trinkwasser ist ein wichtiger Vorsorgebaustein in beiden Ländern. Mit gezielten wasserfördernden Maßnahmen wie dem Projekt „Brunnen bohren“ in Indien sowie „Wasserversorgung“ in Tansania, erhalten Familien Zugang zu sauberem Trinkwasser.

*Quelle: The World Factbook (online)